Wir haben einen Dachschaden

Wie im vorjährigen Heft „Alpen im Quadrat“ kurz gemeldet wurde, hat ein Föhnsturm im November 2018 einen großen Teil des Daches der Mannheimer Hütte heruntergerissen. Das beschädigte Dach konnte glücklicherweise noch kurz vor dem Wintereinbruch im gleichen Monat mit einer Klebefolie provisorisch abgedeckt werden. Der Dachdeckerfirma Fritz aus Bludenz ist für ihren raschen Einsatz zu danken. Spannend war daher, wie dieses Provisorium den Winter überstehen würde. Erfreulicherweise stellten unser Hüttenwirt Matthias und unser Hüttenreferent Michael Egert vor Hüttenöffnung im Frühsommer 2019 fest, dass kein weiterer Schaden durch eingedrungenen Schnee oder Feuchtigkeit entstanden ist. Im Gegenteil, die Hütte war sogar trockener als in den Jahren zuvor.

Das Provisorium kann aber trotz allem keine Dauerlösung sein, sondern der Schaden muss ordnungsgemäß repariert werden. Bei dieser Gelegenheit soll auch eine ohnehin für die Folgejahre geplante Dacheindeckung aus Edelstahl statt wie bisher aus Zinkbleck erfolgen. Dies ist erforderlich, um im Zuge der durch den Gletscherrückgang prekärer werdenden Wasserversorgung auf der Mannheimer Hütte zukünftig das Dachwasser mitverwenden zu können. Auch eine Photovoltaikanlage soll bei der Sanierung auf dem Dach installiert werden. Durch den Umfang dieser und weiterer Punkte konnte das örtlich beauftragte Projektierungsbüro keine ausreichenden und angemessenen Angebote von Handwerkern bis zum Sommer 2019 einholen. Die derzeit gute Auslastung der Handwerker zeigt sich darin.

Es wurde daher beschlossen, das Provisorium der Dachabdeckung mit Folie nach geringfügiger Ertüchtigung (z.B. Blitzschutz) noch für ein weiteres Jahr zu belassen und erst 2020 die umfassende Dachsanierung vorzunehmen. 2019 wurde daher vor allem für die Planung genutzt. Diese sieht für 2020 und Folgejahre dann als weitere große Maßnahme den Einbau von Trockentoiletten im 1. OG vor. Damit verbunden ist auch eine neue Außentreppe, die auch aus Brandschutzgründen erforderlich ist. Diese Arbeiten bedingen eine umfangreiche Umgestaltung und Installationsveränderung im Inneren der Hütte. Dabei ist darauf zu achten, dass der Gesamtcharakter der Hütte im Erscheinungsbild nicht zu stark verändert wird.

Eine gravierende Veränderung im Umfeld der Mannheimer Hütte gab es 2019 aber doch. Das Wasserhäuschen am Ende des Leibersteiges, das bisher einen unschönen Anblick mit abbröckelndem Verputz bot, wurde mit Reet verkleidet. Diese Reetverkleidung ist ein Forschungsprojekt der Universität Stuttgart zusammen mit dem DAV Dachverband, um zu erproben, ob Reet (Schilf) ein geeignetes ökologisches Baumaterial im Hochgebirge darstellt. Bis auf kleinere Restarbeiten konnte diese Baumaßnahme abgeschlossen werden. Dieses Projekt wird durch Einbau von Messfühlern durch die Universität Stuttgart ab 2020 über mehrere Jahre begleitet. Mit dem Einsatz dieses Baumaterials auf einer Berghütte  sind wir im Alpenraum bisher einzigartig.

Auf der Oberzalimhütte mussten im abgelaufenen Jahr im Inneren glücklicherweise keine Bauarbeiten durchgeführt werden. Die in Zusammenarbeit mit der benachbarten Oberzalimalpe 2018 begonnene Sanierung der Wasserzuleitung von der Quelle zur Hütte wurde fortgesetzt. Bis Ende 2019 wurde bis zur Quellfassung eine neue Leitung mit größerem Querschnitt verlegt. Die zwei nicht mehr wasserführenden von insgesamt vier Zuleitungen zum Quellschacht sollen 2020 neu angelegt und das Bauprojekt damit abgeschlossen werden. Zu den Aufgaben der Sektion gehören aber nicht nur die Hütten sondern auch die Instandhaltung des Verbindungsweges zwischen der Oberzalimhütte und der Mannheimer Hütte, der Leibersteig. Jeder der diesen Weg kennt, weiß wie stark dieser in den letzten Jahren sanierungsbedürftig wurde.

Alexander Birnbaum
2. Vorsitzender