Vogesen – 8. bis 11. Mai 2014

Schlenkerle und Tartes aux Myrtilles
Vogesen – vom 8. bis 11. Mai 2014

Schon in drei Stunden erreicht man den Vogesenkamm bei Col de la Schlucht, wo wir uns treffen. Mit von der Partie sind Anne, Annette, Dagmar, Dörthe, Gabriele, Marcel, Martin, Matthias, Milena, Stephanie, Susanne, Ursula und Volker mit Gruppenleitern Cilli und Günter. Bei trockenem Wetter laufen wir noch 10 Minuten vom Parkplatz zu unserer Refuge des Trois Fours. Dabei haben wir sogar Blick auf die Alpen – echt irre!
Für Lacher sorgt Dagmar, weil sie einen Rollkoffer laut scheppernd über den Kiesweg hinter sich her zieht, während alle anderen zünftig die Rucksäcke geschultert haben.
Abends zieht der Himmel schon zu und am nächsten Morgen werden wir vom Regen auf dem Metalldach geweckt. Trotz unfreundlichen Wetters sind kurz nach dem angesetzten Termin alle regentauglich, warm und gegen den starken Wind gut verpackt, startklar.

Vogesen 14 V 01
So laufen wir an der westlichen Bergkante entlang, über die die Wolken hinweg rasen. Plötzlich sehen wir Gämsen, die im lichten Gebüsch grasen, sie nehmen bei unserem Anblick Reißaus über die grünenden Wiesen. Dann steigen die Wolken hoch, der Regen lässt nach und wir haben Ausblick auf das frische Grün der Laubbäume zwischen dunklen Nadelbäumen. Endlich ist auch das Rheintal frei geblasen und selbst der Schwarzwald lässt sich blicken. Am Lac de Fischboedle machen wir dann Rast und laufen anschließend über versicherte Wege teils munter plaudernd oder auch mal ziemlich auf den Weg konzentriert. Unterhalb der Spitzköpfle wandern wir zum Hohneck hinauf, wo wir zur leckeren ‚tarte aux myrtilles‘ einkehren. Nachdem es anfangs trocken ist, aber ziemlich windet, gibt es noch vier, die nicht genug bekommen haben und zu einem zusätzlichen Schlenkerle aufbrechen, während der Rest den direkten Weg zur Hütte nimmt. Dort erwartet uns glücklicherweise eine Dusche und ein leckeres französisches Abendessen und Munsterkäse mit Kümmel zum Abschluss, was uns doch sehr mundet.
Am nächsten Tag ist es glücklicherweise trocken, aber ziemlich kühl und anfangs grau. Dieses Mal laufen wir Richtung Col de la Schlucht und dann auf dem Sentier des Roches mit Versicherungen und Leitern, mit tollen Ausblicken ins Rheintal und Munstertal. Am Lieu-dit Frankenthal machen wir ein gemütliches Picknick. Dann führt uns der Weg einmal um das Petit Hohneck. Da es den ganzen Tag trocken geblieben ist, wagt ein Teil der Gruppe unter Führung von Günter den Übergang über Les Spitzkoepfe, die etwas ausgesetzt sind, aber tolle Ausblicke und Wiesen mit wilden Narzissen bieten.
Mit den anderen trifft man dann wieder auf dem Hohneck zusammen, wo wieder viele der ‚tarte‘ zusprechen. Auch dieses Mal wird ein Schlenkerle gemacht, allerdings sind jetzt mehr dabei – die Kondition wird allmählich besser.
Bei Wein und leckerem Essen lässt man den Abend harmonisch ausklingen.

Vogesen 14 V 06Die Abrechnung am Sonntag gestaltet sich etwas schwierig, weil der Wirt nicht mit jedem einzeln abrechnen will. Cilli gelingt es aber dann noch die einzelnen Summen für Essen und Übernachtung auseinander zu dividieren. Was ein Krampf!
Mit allem Gepäck fahren wir mit den Autos zur Col de la Schlucht, wo wir parken und von dort dieses Mal gen Nord-Osten wandern. Vorbei an Spitzenfels und Hirschsteinen steigen wir zum Lac Vert hinab, dort veranstalten wir ein Restepicknick. Danach steigen wir zum GR 5 hinauf, der wieder auf dem Vogesenkamm verläuft. Bei leichtem Nieselregen laufen wir anfangs über Hochmoore und verschwinden dann wieder im Wald, bis wir den Parkplatz mit unseren Autos erreichen. In der daneben liegenden Gaststätte nehmen wir dann noch unser Abschlussessen zu uns und können uns nur beglückwünschen, dass wir schon im Trockenen sitzen, denn jetzt geht ein Hagelschauer mit Regenmassen herunter. Die Straße verwandelt sich kurzzeitig in einen Bach.
So wechselhaftes Wetter kann auch reizvoll sein und dank Cilli und Günter war bei den Touren für alle Geschmäcker etwas dabei. Begeistert hat mich vor allen Dingen, wie alpin die Vogesen sind. Auf bald!!!

Susanne Jung Okt‘ 14