mountainXperience 2026 geht rauswärts

Fast pünktlich um 13:00 Uhr ging’s es am 21. März zum zweiten Termin der Ausbildung Gehen mit Stöcken und Verletztentransport am Mausoleum im Schlosspark in Weinheim los.

Unser Trainer Wolfgang Engelter und wir als Teilnehmer waren an dem anfangs verregneten Tag  dabei. Ludmilla, Manuela, Natalie, Matthias und ich (Eva). Zum Glück hatten wir später noch genug trockene und sonnige Bedingungen. Zunächst haben wir im Schlosspark einen kleinen Slalom Parkour aufgebaut und dort das Gehen mit Stöcken geübt.

Im Anschluß dann haben wir drei Techniken wie man eine verletzte Person zu einem Rettungsplatz bringen kann: als erstes haben wir eine Person auf einem Biwak Sack liegend transportiert, wobei vier Helfer erforderlich sind. Danach haben wir eine Person mit zwei Helfern transportiert, wobei deren Hände mit einem Schlauchschal fest verbunden werden und der Verletzte drauf sitzt. Als drittes haben wir geübt mit zwei Helfern einen Verletzten zu tragen, wobei vier Stöcke zwischen Rucksack und Rücken geschoben werden und dann die verletzte Person auf diesen Stöcken sitzend getragen wird.

Als modischen Highlight des Nachmittags durfte noch jeder in den ohnehin schon kaputten Biwaksack reinschlüpfen, um zu spüren, wie groß der Wärme Rückhalt darin ist. Diese Technik kann man zum Wärmeerhalt anwenden, wenn man auf einen Abtransport wartet oder falls man eine Nacht im Freien verbringen muss oder um sich vor sehr starken Regenfällen zu schützen. Außerdem haben wir spontan befunden, falls *Frau* mal kein Abendkleid zur Verfügung hat, könnte so ein Biwaksack ein guter Ersatz sein.

Nicht von Gucci, aber trotzdem sehr anziehend

Nach diesem Übungs-Teil im Schlosspark sind wir dann auf eine Wanderung aufgebrochen, die ich selber zur Vorbereitung meiner Wanderleiterausbildung führen durfte. Unterwegs haben wir dann mit Wolfgang an besonders steilen Passagen geübt, wie man mit Stöcken in schwierigem Gelände auf- und absteigt.

Weglos mit Stock und viel Gefühl für den Boden

Im Exotenwald sind wir hauptsächlich auf kleinen schmalen Trails bis zum Gipfel vom Geiersberg gewandert, und unterwegs habe ich noch etwas zur Entstehungsgeschichte des Exotenwald erzählt. Gilt doch der Weinheimer Exotenwald, 1872 vom Freiherr Christian Friedrich von Berckheim gegründet und inzwischen auf mehr als 60 ha angelegt, als einer der größten Exotenwälder Europas. Schon alleine das zieht jährlich tausende Besucher an, um die mittlerweile mehr als 150 Jahre alten Mammut Bäume zu bestaunen.

Am Geiersberg haben wir erst die „Gipfelüberschreitung“ gemacht 🤣 und dann am Pavillon in 340m Höhe eine Gipfelrast mit schöner Aussicht zur Rheinebene genossen. Auf dem Rückweg haben wir dann nochmals geübt, eine verletzte Person im Gelände zu transportieren (Schlauchschal, Biwaksack).

Drei Frauen und ein Buff, Abwärtstransport

Als Abschluss am Parkplatz hat jeder noch einmal Revue passieren lassen, was ihm oder ihr am besten gefallen hat. Mit Atemübungen haben wir den Tag ausklingen lassen. Aus meiner Sicht ein rundum gelungener Nachmittag der Vorfreude auf weitere gemeinsame Touren macht. Vielen Dank an alle Teilnehmenden für die schöne Zeit mit Euch.

Text: Eva Wittmann

Bilder: Eva Wittmann und die Teilnehmer