Sanierungsarbeiten an der Mannheimer Hütte

In unserer Mitgliederversammlung im März 2020 ist mit großer Mehrheit beschlossen worden, dass wir die beiden Großprojekte „Sanierung der Mannheimer Hütte“ und „Neues Vereinsgelände mit Kletterturm“ trotz der großen finanziellen Belastung angehen. Aufgrund der Corona Pandemie hat sich einiges etwas verzögert, aber trotzdem machen die Projekte gute Fortschritte und Dank der vielen Zuschussgeber und Spender ist auch die Finanzierung gesichert.

 

Bauabschnitt 1

Bauarbeiten auf einer Höhe von knapp 2800m verlaufen anders als in der Oberrheinischen Tiefebene. Während man im Flachland das ganze Jahr über Bauarbeiten durchführen kann, ist es Wetter bedingt im Hochgebirge zeitlich enger. Die erforderlichen Arbeiten konnten nur in den Monaten Juli und August durchgeführt werden, da bis Ende Juni dort noch Schnee liegt und im September schon wieder mit Neuschnee zu rechnen ist. In diesen beiden Monaten wurde das alte Dach, das ja durch einen Sturm bereits 2018 beschädigt wurde, bis aufs Gebälk abgetragen, neu isoliert und wieder eingedeckt. Erfreulicherweise ist die Balkenkonstruktion des Daches gesund und konnte bestehen bleiben.

Trinkwasserversorgung der Hütte

Da auch der Brandner Gletscher wie viele andere Gletscher im Sterben liegt, wäre die Trinkwasserversorgung unserer Hütte in wenigen Jahren nicht mehr gesichert. Deswegen haben wir uns entschlossen, das gesamte Dach mit Edelstahl zu verkleiden, darüber das Regenwasser zu sammeln und zu filtern und dieses aufbereitete Wasser als Trinkwasser für unsere Hütte zu verwenden

Photovoltaik Anlage

Weiter haben wir eine umweltfreundliche Photovoltaik Anlage auf das Dach gesetzt. Verbunden mit einem Batteriesystem sichert diese jetzt unsere Stromversorgung auf der Hütte, während das ölbetriebene BHKW in die zweite Reihe musste und jetzt den Titel Notstromaggregat trägt

Wiederverwertung

Nicht genug damit, haben wir  in mehreren Arbeitseinsätzen mit freiwilligen Sektionsmitgliedern Unmengen von alten Holzschindeln sowie abgerissenes Dachholz in unser Holzlager eingeräumt, das so für viele Jahre als Brennholz Vorrat dient. Diese Dachschindeln haben viele Jahrzehnte das Dach unserer Berghütte gegen Wind und Wetter geschützt und sogar noch die vergangenen 40 Jahre unter dem später nachinstallieren Blechdach die Hütte gut isoliert

Bauabschnitt 2 – 2021

Unser Hütten Referent Michael und natürlich wir alle freuen uns, dass die geplanten Arbeiten für die Saison 2021 bereits Mitte Juli erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Das ist insbesondere die Renovierung der Küche mit einer neuen hygienischen Küchendecke mit energiesparender und steuerbarer Deckenbeleuchtung, neuen Hängeschränken aus Edelstahl, einer neuen energiesparenden Glasgeschirrspülmaschine und vielen anderen Dingen, die eine moderne Hütte benötigt, um ihre Gäste zu deren Zufriedenheit zu versorgen. Und das Hüttenteam um Andrea und Matthias konnte planmäßig zum 19.7. die ersten Gäste in der umgebauten Hütte empfangen

 

Bauabschnitt 3 – 2022

Da der für 2022 geplante Einbau von Trockentoiletten und die Errichtung eines neuen Außentreppenhauses verschoben werden musste, weil die beauftragten Firmen unter Materialengpässen leiden, wurde die Sanierung der Zimmer und Lager vorgezogen. Mit dieser Maßnahme konnten wir schon 2021 beginnen. Dabei wurden die Mehrbettzimmer im Obergeschoss renoviert und die Doppelbetten durch Einzelbetten ersetzt. Das geht zwar zu Lasten der Übernachtungskapazitäten, aber die Qualität der Zimmer steigt dafür erheblich.

 

Im Dachgeschoss wurden die vier Lager komplett saniert. Vordringlich war die Isolierung der Decken, die durch die Beschädigung des Daches feucht zu werden drohten. Auch hier wurden die eng gedrängten Matratzenlager durch Betten ersetzt und damit der Komfort deutlich erhöht. Aus den dunklen Räumen mit wenig Frei- und Stellflächen entstanden helle und luftige Lager.

Noch ist der neue Frühstücksraum nicht fertig, aber er verspricht ein Hingucker zu werden: Denkmalschutzgerecht wurde der Eckraum der ersten Bauphase von 1905 reaktiviert und durch die noch original vorhandene Bohlenaußenwand mit der ersten Erweiterungsphase verbunden. Böden, Vertäfelung, Decken und der größte Teil des Mobiliars wurden liebevoll renoviert und bieten einen Eindruck von der Originalgestalt einer Alpenvereinshütte.

Außerdem wurde der Trockenraum ins Haupthaus verlegt, die Theke im Gastraum erneuert und ein Regenwasser Sammelbehälter im Keller installiert.

 

 

Bauabschnitt 4 – 2023

Für den abschließenden Bauabschnitt 4 ist geplant, die gesamten Sanitäranlagen zu erneuern und durch Trockentoiletten zu ersetzen, was gerade angesichts des Wassermangels und der Abwasserentsorgung eine Notwendigkeit darstellt. Dies erfordert eine Anlage zur Fäkalienabscheidung und ein Kiesfilterbecken für den Flüssiganteil. Das stellt in einem ökologisch so sensiblen Gebiet einen unverzichtbaren Aufwand dar.

Ebenfalls 2023 erhält die Mannheimer Hütte im Osten ein Außentreppenhaus als Gästezugang und damit auch den dringend gebotenen zweiten Fluchtweg.

 

 

 

Ein Dank an die freiwilligen Helfer

All die beschriebenen Arbeiten lassen sich nicht ohne großen ehrenamtlichen Einsatz von Vereinsmitgliedern durchführen, der Bauherr muss fast immer vor Ort sein, und deswegen rufen wir allen freiwilligen Helfern an dieser Stelle, allen voran unserem Hütten Referenten Michael ein herzliches Dankeschön zu für den unermüdlichen Einsatz und die zahllosen Reisen zur Mannheimer Hütte.

 

Edelstahldach

Die Hütte ist eingerüstet und erwartet das neue Edelstahldach 

Hier ist das neue Dach schon Realität 

Die Solarzellen werden montiert 

Schindeln und Altholz 

 

Der neue Dunstabzugskanal und die neuen Hängeschränke 

Der Abzugsmotor der neuen Dunstabzugshaube an  der Außenwand der Hütte 

 

Michael Egert und Christoph Popp in luftiger Fahrt zum Arbeitseinsatz 

 

Jürgen Helt unter der Last des Holzes