Bergabenteuer im Allgäu: Hüttentour rund um den Hochvogel

Vorfreude & Warm-up auf dem Vereinsgelände des DAV Weinheim

Schon bei unserem Vorbereitungstreffen am 20. Mai im Vereinsheim war klar: Die Vorfreude auf die Allgäuer Alpen ist riesig! Um uns ideal einzustimmen und die Kletterfestigkeit aufzufrischen, trafen wir uns am 11. August abends auf dem Gelände der DAV Sektion Weinheim. Gemeinsam meisterten wir den Sonnenplatten Klettersteig und kletterten anschließend noch mit Seil am Fels. Mit lachenden Gesichtern, optimal vorbereitet und voll gepackt mit Tatendrang konnte die alpine Woche kommen!

Montag, 17. August: Aufbruch ins grüne Allgäuer Herz

Unsere Reise begann entspannt mit dem Zug nach Sonthofen und weiter per Bus nach Bad Hindelang. Dort wurden wir bereits herzlich von Sascha empfangen, der entspannt mit seinem Camper angereist war. Über den „Grünen Hut“ ging es mit dem Privat-Bus weiter zum historischen Giebelhaus. Ein echtes Highlight war die Busfahrt: Unser Busfahrer entpuppte sich als leidenschaftlicher Heimatkundler und hielt immer wieder an, um uns die Naturschätze der Region zu zeigen.

Nach der langen Sommertrockenheit freuten sich auch die heimischen Bergbauern sichtlich über den frischen Regen, der die Almen in kräftiges Grün tauchte. Selbst der spektakuläre Bärgündele-Wasserfall zeigte sich von seiner eindrucksvollsten, wasserreichen Seite!

In gut 2,5 Stunden stiegen wir beschwingt zum Prinz-Luitpold-Haus (1.850 m) auf. Die Hütte war bis auf den letzten Platz ausgebucht – echte Bergsteigeratmosphäre! Auch ohne Tischreservierung fanden wir ein gemütliches Plätzchen und belohnten uns für den Aufstieg mit hervorragendem Bio-Essen und einem erfrischenden Leutkircher Härle-Bier.

Dienstag, 18. August: Nebelmystik & Felsspaß an der Kreuzspitze

Die Wettervorhersage zeigte sich wechselhaft, doch die Motivation war ungebrochen! Unser Ziel für den Tag war der majestätische Hochvogel (2.592 m). Wir wählten die Route über den „Kalten Winkel“. Doch der Name war Programm: Beim steilen Aufstieg über die Schuttrinne zogen Nebel, Nieselregen und auffrischender Wind auf. An der Kaltwinkelscharte machte die Natur klar, wer das Sagen hat. Tourenleiter Wolfgang bewies umsichtige Bergsteiger-Kompetenz und entschied verantwortungsvoll: Sicherheit geht vor – wir drehen vor dem Gipfel ab.

Enttäuscht war jedoch niemand, denn der Ausweichweg belohnte uns reichlich! Der Rückweg führte über den drahtseilversicherten Steig entlang der Kreuzspitze. Für diese genussvolle, leichte Kletterei nahmen wir uns ausgiebig Zeit. Das Kraxeln im Fels machte allen riesigen Spaß und zauberte trotz Nieselregen allen ein Lächeln ins Gesicht.

Der Hochvogel lies keine Besteigung zu

Mittwoch, 19. August: Postkartenwetter, Murmeltiere & Weitblick

Am Mittwoch meinte es der Wettergott überragend gut mit uns: Strahlender Sonnenschein und tiefblauer Himmel begleiteten uns auf dem malerischen Übergang zum Edmund-Probst-Haus. Auf dem Pfad trafen wir auf einen Vater mit seinem etwa 8-jährigen Sohn, die wir bereits vom Hüttenabend kannten. Der kleine Nachwuchs-Bergsteiger wurde zu unserem charmanten Tourenguide und zeigte uns stolz die niedlichen Murmeltiere am Wegesrand.

Nach einer ausgiebigen und sonnigen Mittagsrast am Laufbacher Eck öffnete sich ein überwältigendes Panorama: Unser Blick schweifte frei über die imposanten Gipfel des Kleinwalsertals, das Rätikon und weit darüber hinaus bis an den Horizont.

Das Edmund-Probst-Haus liegt direkt an der Bergstation der Nebelhornbahn, weshalb uns auf dem Schlussstück einige Tagesgäste begegneten. Die sonnenverwöhnte Terrasse war nachmittags entsprechend belebt. Doch ab 16:30 Uhr kehrte herrliche Hüttenruhe ein: Die Tagesbesucher fuhren ab, und wir hatten das Bergidyll ganz für uns Übernachtungsgäste allein! Unzählige Gleitschirmflieger nutzten die perfekte Thermik und zogen ihre eleganten Kreise vor dem Alpenpanorama ins Tal – ein majestätisches Schauspiel zum Ausklang eines perfekten Bergtages.

Donnerstag, 20. August & Freitag: Heimkehr mit besten Erinnerungen

Am Donnerstag trat Wolfgang gemeinsam mit dem Großteil der Gruppe den sonnigen Abstieg nach Oberstdorf an, von wo aus die Heimreise angetreten wurde. Lorenz konnte von der Bergluft nicht genug bekommen: Er verlängerte spontan um eine weitere Nacht im Edmund-Probst-Haus, genoss noch einen zusätzlichen Tag in den Bergen und fuhr erst am Freitag entspannt mit dem Zug nach Hause.

Ein herzliches Dankeschön an unseren Tourenleiter Wolfgang für die tolle Organisation und Führung sowie an das gesamte Team für die großartige Kameradschaft! Berg heil! 🏔️✨

Text: Lorenz Graef

Bilder: Alle Teilnehmer