Schnee, Eis, Spalten und ein paar Dreitausender

Es war der erste Montag im letzten November, Kenner der Sektion wissen das, Alpinistik Stammtisch und jede Menge Geschichten aus der Vergangenheit und Ideen für die kommende Saison. Uli Becker und Wolfgang Engelter beschlossen an diesem Abend: „Lass uns doch eine schöne (Hoch) Tour zusammen anbieten, dann können auch mehr Leute mitgehen“. 

Gedacht, gesagt, getan. Schnell wurde ein langes freies Wochenende für den Termin im Juli 2026 gefunden und auch der Ort. Sustenhorn, Tierberglihütte mit all Ihren Gletschern und Dreitausender vor der Türe, aber die Hütte war für diesen Zeitraum, ja wir sind immer noch im November des letzten Jahres, ausgebucht. Gute Beziehungen unserer Sektion können in dem Fall aber nicht schaden. Ein paar Mails später, hin und her, zu den beiden fantastischen Hüttenwirten Nina und Toni und unsere Sektion bekam 7 Plätze ganz oben auf der Warteliste und falls dann doch keine Absagen kommen, die Zusage, dass man Feldbetten aufstellen kann. 

So ging’s dann los. Einige Teilnehmer kamen schon einen Tag früher an und machten Ihre ersten Schritte schon auf dem Sustenpass Hotel beim urigen Dölf und gingen am Nachmittag schon mal die erste Hälfte des Tierbergli Klettersteig, um die dünne Luft einzuatmen und schon mal die Hände in den Felsen zu stecken. 

Zusammen ging’s dann mit der ganzen Truppe am Folgetag in den Aufstieg zur Tierbergli Hütte, wo wir herzlich von Nina begrüßt wurden. Tatsächlich gabs auch noch Platz in den Matratzenlagern, von Uli und Wolfgang auch Torpedo Rohre genannt, vielleicht wären die Feldbetten besser gewesen. 

Ansonsten alles fein und am ersten Abend wurde dann das Programm für die folgenden Tage besprochen. 

Aufstieg zum vorderen Tierberg, für den ein oder anderen der erste 3.000er, am Nachmittag dann ein intensiver Kurs in Schnee und Eis. Spaltenrettung live, incl. Knotenkunde, Mannschaftszug und Eisschrauben setzen. Die Hosen waren nass, die Teilnehmer erschöpft, aber zufrieden. Denn Sicherheit geht vor, Routinen entspannen im Falle eines Spaltensturzes.

Aufstieg zum vorderen Tierberg

Am nächsten Tag dann flexibler Wechsel des Gipfelziels, das Gwächtenhorn, statt das Sustenhorn. Die Wetterprognose sagte für den Nachmittag Gewitter voraus. So war es dann auch, kaum am Gipfel in 3.420 Meter Höhe angekommen, stiegen die Quellwolken in atemberaubenden Tempo nach oben. Schnell in den Abstieg und zurück in die Tierberglihütte.

Am Gipfel des Gwächtenhorn

Tag drei der Aufstieg zum Sustenhorn, die aufsteigende Gruppe war an dem Tag etwas kleiner, aber Uli führte die Seilschaft an diesem Morgen bei herrlichem Bergwetter hoch auf den Gipfel mit seiner atemberaubenden Aussicht bis hin zum Matterhorn und der Monterosa.

gelernt ist gelernt

Tag vier dann der Abstieg, zurück zu den Autos und ab nach Hause. 

Zusammengefasst, drei Gipfel über 3.000, für manche fast 2.000 Höhenmeter im An- und Abstieg, sowie viel Sicherheit bei der Begehung von Eis und Gletscher gewonnen. 

Bis bald Sustenhorn. 

 

Text: Wolfgang Engelter 

Bilder alle Tourteilnehmer: Anja, Annette, Natalie, Magret, Florian, Frank