Da waren wir wieder beisammen, die fast schon verschworene Gemeinschaft der Peter-Welk-Dolomitenfahrer. Diesmal war unser Standort CORVARA, in zwei sehr schönen, aber leider nicht beieinander liegenden Hotels, sodaß die Genussabende (mit dem superleckeren Essen) halt meist in getrennten Gruppierungen absolviert werden mußten.

Wir waren 21 Bergfreunde, wobei einige das Fahrradfahren dem Berg Besteigen vorzogen. Wir immer gab es zwei verschiedene „Leistungsgruppen“, die Gipfelstürmer und die Panoramawanderer (ab jetzt L1 und L2). Was haben wir gemacht? Der erste Tag war ein gemütlicher Eingeh- und Hüttenrasttag; der schließlich doch noch erklommene Gipfel (mit Gipfelkreuz!) lag etwa 150 m oberhalb der Pralongia Hütte.
Dafür ging es am zweiten Tag doch ordenlich zur Sache. Abmarsch vom Hotel, im Wald empor, weiter hinauf auf einer recht steilen Skiabfahrt; an deren oberen Ende gab es einen Lift – hinauf…? L2 wollte fahren, aber L1 behauptete, man komme da gar nicht an der richtigen Stelle an und zusammen aufsteigen sei doch viel schöner. Stimmte ja auch, und die Steig Hechlerei wurden oben mit einem wunderbaren Blick auf Dolomitenwände belohnt. Unterwegs sahen wir einen HALO am Himmel (was das ist? Nachschauen!) Das Ziel war die Franz Kostner Hütte (Bergpionier der Gegend): da oben war es plötzlich kalt und recht windig, aber gemütlich in Gastraum und Laube. Der Abstieg führte durch eine pyramidentürmige Felsenzauberlandschaft.
Am nächsten Tag mit dem Bus zum Grödner Joch; von dort geht es recht steil hinauf auf eine weite Hochfläche bis zur Forcella Scharte. Von da machte sich L1 zum Gipfel des SAS CIAMPAC auf, in der Edelweißhütte trafen wir dann alle wieder zusammen; na ja, und ein bißchen Colfosco Seilbahnabfahrt darf doch sein… Mit dem Bus nach Corvara, das Rauflatschen zu unseren Hotels wurde für einige durch caritative Markus Autoabholung gemildert. Am Donnerstag geht es in die andere Richtung: mit dem Bus zum PASSO VALPAROLA (nicht weit weg vom Lagazuoi), von da auf den Wanderweg um den Bergstock SETSAS herum. Bei der Wanderung gab es so mancherlei „Umgruppierungen“, teils durch Weghindernisse, teils durch Verletzung, aber (fast) alle hatten einen langen und herrlichen Wandertag (L1 mit Gipfelglück, L2 Urviech Wanderleiterbegegnung).

Der Freitag war der Höhepunkt für L1: Die Besteigung des SASSONGHER! Diesen gewaltigen Felsklotz hatten wir schon jeden Tag direkt von unserem Hotel aus bewundert, und nun da oben zu stehen- was für ein Erlebnis! L2 freute sich über einen langen und herrlich aussichtsreichen Panoramaweg; Treffpunkt war wieder die Edelweißhütte. Der Samstag war von den Gruppenaktivitäten her etwas divers (wobei alle Touren schön waren), aber alle konnten an irgendeiner Stelle den rasanten Berg Radlern des SELLA-RONDA BIKE DAY zuschauen. Der tränenreiche Abschied am Samstag galt – vorausschauend – auch der Endlos-Heimfahrt im DAV-Jugendbusses (!). Nun ja, diese etwas „reifere Jugend“ hatte herrliche und fröhliche und erlebnisreiche Bergtage in diesem Wunderland Dolomiten erlebt! (Zum Schluß: Woher der Titel der Tour? Schon im Vorhinein gab es so seltsame Sprüche wie: „Die Jugend ist dahin – aber Prosecco ist noch da“ – was von einigen sogleich begeistert aufgenommen wurde. Es ist aber im Nachhinein festzuhalten, daß gar nicht so viel Prosecco getrunken wurde und wir das „Alter“ nachhaltig zu unterdrücken versuchten…) Und ein rasantes Video – von Stefan genial gestaltet – gab es nachher auch noch.
Text und Bilder: Dorothee Öttli

